Projektbeschreibung

Demographische und sozioökonomische Veränderungen und das damit zusammenhängende Bedürfnis nach Individualität und Mobilität schreien förmlich nach dynamisch-adaptiven Konzepten im Kulturbereich. Die Suche nach einem alternativen Angebot zu vorhandenen Infrastrukturen und Geschäftsmodellen ist  unsere Motivation. Das Ziel die Lebensqualität im urbanen Raum durch ein mobiles Kreativkonzept kulturell und wirtschaftlich aufzuwerten.

Die städtische Entwicklung benötigt unserer Meinung nach eine mobile und adaptive Komponente, welche unterhalten, auf verschiedenste Weise anregen und das Stadtbild beleben kann. Schauplätze sind, abgesehen vom «öffentlichen Raum», freie Flächen, die im Wandel der Stadtentwicklung für eine begrenzte Zeit entstehen, sowie auch bekannte Orte, welche kurzfristig belebt werden.

Das bewusst offen angelegte und prozessorientierte Konzept von pp* bietet die einzigartige Möglichkeit, sich mit der Stadt mitzuentwickeln. Je nach dem wie sich das Stadtbild und das Quartierleben ändert, passt sich pp* den jeweiligen Standorten und den Bedürfnissen der Zielgruppen an und ist daher permanent provisorisch. pp* - das ist die Verschmelzung von Aktivkultur und Erlebniskonsum mit dem Anspruch auf Wirtschaftlichkeit im urbanen Umfeld. Zeitgenössisch, volksnah und authentisch!


Absicht | Ziel

Das Ziel von pp* ist die Umsetzung und der Betrieb einer mobilen gastrokulturellen Kreativplattform. Gleichzeitig muss pp* auch als gesellschaftliches Experiment angesehen werden, welches nach geeigneten Hilfsmitteln und Instrumentarien der kulturellen Prozessgestaltung forscht und diese auch in der Praxis erprobt.


emerge!

Jedes Studienjahr wird durch eine übergreifende Jahresthematik geprägt, welche von den Studierenden selbst entwickelt und gemeinsam vom ganzen HyperWerk behandelt wird.

„Emergenz ist also ein Synonym für ‚Springen‘, wenn damit gemeint ist, dass ein Vorgang nicht kontinuierlich, sondern eben sprunghaft verläuft. Derartige Prozesse lassen sich weder voraussagen noch ableiten, und als solche sind sie bei weitem häufiger als vermutet. Besonders Evolutions- und Systemtheorie haben mit solchen Prozessen zu tun, und deshalb kann man sie unterscheiden in eine weiche Variante, die Kontinuitäten sucht, und eine harte, die nicht umhin kann, Sprünge zu konstatieren.“
(Thomas Wägenbaur: Emergenz. Der Sprung von der Evolutions- in die Kommunikationstheorie und Ästhetik)

«Als Studiengang für Postindustrial Design untersuchen und gestalten wir Produkte;
für unsere Arbeit im Umfeld einer postindustriellen Interaktionsgesellschaft ist dabei
die Verstärkung des Prozesscharakters unserer Produkte kennzeichnend. Dies geht
soweit, dass wir die Prozessgestaltung selbst immer klarer als Fokus unserer Arbeit
empfinden.» (www.hyperwerk.ch/elementar)
Wir haben uns in prozessgestalterischer Weise mit dem Phänomen der Emergenz beschäftigt und näherten uns dem Phänomen auf unsere Weise, reflexiv, durch Lektüre, aber auch forschend, mit den uns eigenen Forschungsmethoden. Das bedeutet in unserem Kontext: Forschung mit und durch Gestaltung.
In diesem Zusammenhang formulierten wir „emerge!“ mit Ausrufezeichen, als einen Imperativ also, eine Aufforderung, den Sprung ins Neue zu tun, das ja doch nicht geplant oder willentlich hervorgerufen werden kann. Die daraus resultierenden zahlreichen Fragen von «emerge!» versuchen wir seit einem Jahr mit zwei grosszügig angelegten Rahmenprojekten zu beantworten: Mit einem Umnutzungsprojekt von Regionalbahnhöfen (PlexWerk) sowie durch ein Basler Quartierentwicklungsprojekt (space09).
Die Sommerakademie space09 widmet sich neuen Raumkonzepten und untersucht dabei den trinationalen Raum . Der Untersuchungsraum ist ein Gebiet im Norden Basels, das an Deutschland und Frankreich grenzt. Von dort aus untersucht sie Fragen zum Raumverständnis und Leben in der Stadt. In interdisziplinären Workshops werden gestalterische Interventionen im Raum erarbeitet,  die auch die Bevölkerung des Quartiers miteinbeziehet.